Kurz vor dem Abflug, die letzten Tage genießen - das war zumindest der Plan, bis durch den Beinahe-Totalausfall um Tokyo einfach gar nix mehr lief. Der dritte Teil des Reiseberichts Japan im Januar 2026.

Tag 7: Großraum Tokyo (Ostseite)

Screenshot (JR-East Störungsmeldung)

Kurz vor sieben als ich aufgewacht bin und als erstes in die Nachrichten reingeschaut habe: Alle JR-Linien sind im Ausnahmezustand. Durch den Kurzschluss den JR am frühen Morgen verursacht hatte, lief seit Beginn des Tages nichts mehr auf der Yamanote-Ringlinie und weiteren wichtigen Abschnitten. Die Linien die noch fahren konnten, hatten erhebliche Verspätungen und sind im Anschluss durch einen weiteren Stromausfall kollabiert.

Da die Metro-Linien zwar verspätet, aber nicht ausgefallen sind, nutzte ich die Chance um aus dem Stadtkern zu flüchten.

Keisei-Takasago (Karte) war der erste Fluchtort. Relativ weit weg vom Ring, aber die Katastrophe war auch hier zu spüren, da die Züge mit nahezu 50 Minuten Verspätungen unterwegs waren.

Irgendwann wurde wohl entschieden die Direktverbindungen zur U-Bahn-Linie zu kappen, wodurch wiederum Teilausfälle und Routenänderungen zu verzeichnen waren. Eine der letzten von der U-Bahn gekommene Zug war der Direktzug 673H (Zug aus dem Umlauf 73H, der den Startbahnhof zur Stunde 6 verließ).

Da auf dieser Parallelstrecke nicht nur Züge aus der U-Bahn kommen, sondern auch aus der Keisei-eigenen Strecke von Keisei-Ueno, konnte man weiterhin noch vereinzelte Züge sehen.

Mit Baujahr 2025 und Inbetriebnahme 03. November 2025 ist die Einheit 3209F der Baureihe 3200 zu diesem Zeitpunkt die neuste Garnitur im Fahrgasteinsatz. Die fast schon traditionellen Farben rot-blau trägt die neue Serie auch weiterhin.

Dahingegen wurde die Einheit 3688F der Baureihe 3600 zum Retro-Style versetzt: Da diese Baureihe anfangs nur diese feuerrote Farbe trug und mittlerweile kurz vor der Abstellung ist, wurde sie im August 2020 in den Ursprungszustand versetzt.

Von den acht gebauten 6-Wagen-Einheiten gibt es heute nur noch jeweils eine 6- und 4-Wagen-Einheit, dessen Einsatz auch bald durch die Neubeschaffung der Baureihe 3200 zu Ende gehen wird. Wie gut, dass ich nun beide Züge dokumentiert habe.

Einst die schottischen 1372mm verbaut, seit 1959 umgespurt auf 1435mm Spurweite unterwegs. Das man damals die gesamte Strecke in 50 Tagen unter laufendem Betrieb umgespurt hat, bleibt wohl legendär.

1435mm ist auch die Spurweite der Shinkansen-Züge. Auch der Flughafen Narita sollte ursprünglich einen eigenen Narita-Shinkansen bekommen, was nie verwirklicht wurde. Die Vorbauten von damals nutzt der neue Skyliner, der seit 2010 auf Teilen der Plantrasse fährt - allerdings mit maximal "nur" 160km/h.

Standortwechsel nach Keisei-Tsudanuma (Karte). Hier mündet die Keisei-Matsudo-Linie ein, welche bis vor kurzem einem anderen Unternehmen gehörte. Shin-Keisei war Inhaber dieser Strecke, wurde aber vom Mutterkonzern aufgekauft und verschmolzen. Da die Fahrzeuge durch den Betreiberwechsel andere Farben abbekommen, war dies vermutlich der letzte Zeitpunkt, die verschwindenden Shin-Keisei-Farben zu dokumentieren.

Einige Fahrzeuge sind bereits in Keisei-blau-rot umlackiert worden. Da die Serie 8800 der ehemaligen Shin-Keisei nur hier existierte, ist das äußere Erscheinungsbild in den neuen Keisei-Farben selbst für die Einheimischen noch ungewöhnlich.

Dass der größte Teil der Strecke sehr kurvenreich ist, hat einen historischen Hintergrund: Während des Krieges war dies die Übungsstrecke der Eisenbahnkriegseinheit. 1947, erst nach Kriegsende, wurde die Strecke für die Bevölkerung wieder aufgebaut.

Es war fast 13 Uhr, als sich durch die Nachrichten herumsprach, dass die Ringlinie wieder verkehrt. Satte 7 Stunden (!) also, bis die ersten Züge endlich mal bewegt werden konnten. Dass die Folgeverspätungen und sämtliche Auswirkungen bis Betriebsende andauerten, darüber brauche ich wohl nicht zu sprechen.

Zum Glück waren die Auswirkungen hier auf der Keiyo-Linie kaum zu spüren, da diese Linie nahezu unabhängig von anderen JR-Linien ist. So kann auch der Expresszug durch den Bahnhof Shin-Urayasu (Karte) planmäßig durchfahren.

Der Tunnelabschnitt vom Tokyo Tiefbahnhof und ein bisschen darüber hinaus wird seit 1990 durch die Keiyo- und Musashino-Linie bedient. Dabei ist auch dieser Abschnitt ein Relikt der Narita-Shinkansen, denn die Verbindung zum Flughafen sollte durch diesen Tunnel verkehren.

Der Haltepunkt Hatchobori (Karte) wäre wohl nicht vorhanden, würden hier Shinkansen-Züge nach Plan verkehren. Inzwischen stellt die Station eine wichtige Umsteigerelation zur Metro Hibiya-Linie dar.

Während auf dem Bild zuvor die Baureihe E231 der Musashino-Linie zu sehen war, ist diese Garnitur der Baureihe 209-500 der Keiyo-Linie besonders. Diese Garnitur ist die einzige der Baureihe 209, die in voller Länge von zehn Wagen noch im Einsatz ist, denn alle anderen sind inzwischen auf vier, sechs oder acht Wagen verkürzt.

Die beiden Baureihen sehen recht ähnlich aus, aber die weiße Front sowie die nur zweistellige Umlaufanzeige sind die Belege für die Baureihe 209.

Hier was Kleines zum Schmunzeln. Auch Tokyo Metro nutzt Windows 7 als Betriebssystem für die Anzeigetafeln am Bahnsteig.

Ich will ja nicht ständig Negatives schreiben, aber bei dieser Reise fiel mir - im Vergleich zu den vergangenen Malen - deutlich auf, dass auch hierzulande einiges nachgelassen hat: Sei es die Infrastrukturwartung, sei es die Pünktlichkeit, sei es die Verlässlichkeit. Das können aber gute Beispiele sein, um sagen zu können: In Japan läuft nicht alles besser als in Deutschland.

Hier im Übrigen noch einmal die Folgeverspätungen vom Vormittag. Die Sobu-Linie war nicht direkt betroffen, war aber aufgrund der Auswirkungen der benachbarten Linien dauerverspätet bis in den Abend hinein. Mein Zug hatte "nur" 15 Minuten Verspätung, andere Züge sind aber komplett ausgefallen oder wurden vorzeitig gewendet.

Halten wir also fest: Wenns läuft, läuft es super - aber schon eine kleine Störung und das System kracht zusammen. Fast schon wie ein Kartenhaus...

Nach einem großen Straßenbahner-Treffen gegen Abend geht es für mich wieder zurück zum Hotel. Ein kleiner Schnappschuss zur späten Stunde, wo das Verkehrsaufkommen so gering ist, dass sich die Langzeitbelichtung nicht so gelohnt hat.

In der Bildmitte im Übrigen zu sehen der alte Bahnsteig von Iidabashi (Karte), da der Einstiegsbereich weit versetzt wurde, um einen geraderen Bahnsteig zu ermöglichen und somit den Spalt zwischen Zug und Bahnsteig zu verringern. Im Zuge dessen wurden auch die Bahnsteigtüren verbaut.

Tag 8: Tokyo - Sendai

Recht hektisch am Morgen, daher leider kein Bild des Shinkansen-Zuges. Dafür aber ein Pikachu in Sendai (Karte), kurz nach der Ankunft. Auch hier besuchte ich den Pokemon-Center.

Die spontane Fahrt hierher hatte - neben dem Besuch des Pokemon-Centers - zwei Gründe: Eisenbahn und Gourmet. Aber wie es immer so schön heißt, erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Also erst die Bahn und dann das Essen...

Und um genau diese Fahrzeuge geht es: Die Baureihe 205-3100. Diese werden aktuell durch Neufahrzeuge ersetzt und sollen im März 2026 aus dem Liniendienst ausscheiden. Im östlichen Japan ist die Baureihe 205 nahezu komplett ausgemustert und hier auf der Senseki-Linie der letzte planmäßige Einsatzgebiet. Etwa die Hälfte ist bereits zur Verwertung überführt, die anderen werden wohl bald folgen.

Ein Blick auf das Neufahrzeug der Baureihe E131-800. Die Fahrzeuge sind erst Dezember 2025 zugelassen worden, fahren aber sehr verlässlich. Während die anderen Unterbauarten Fluchttüren an der Front besitzen, wurde sie bei dieser Serie ausgelassen. Stattdessen wurde sehr viel neue Technik verbaut, unter anderem die neue Signaltechnik aber auch Gerätschaften für den Ein-Mann-Betrieb, der mit der Komplettumstellung beginnen soll.

Ein Blick auf die englische Anzeige. Die Endstation heißt Aobadori, ich würde sie als Aoba-Straße oder Aoba-Allee übersetzen (Aoba als Eigenname, Dori = Straße / Allee). Stattdessen wählte man hier aber eine interessante Lösung: Aobadori-Avenue - also Aoba-Allee-Allee. Nachfolgend im Übrigen der Vergleich zur Vorgängerserie, der die Station anders bezeichnet.

Auch solche Kleinigkeiten können ab und zu mal interessant sein. Mit der englischen Sprache haben die Japaner aber generell noch ein bisschen Schwierigkeiten.

Die Senseki-Linie ist eine der Strecken, die vom Erdbebenereignis im Jahr 2011 betroffenen war. Der anschließende Tsunami zerstörte nebst Strecke auch eine Garnitur - so stark verbogen sodass die Wagen vor Ort verschrottet werden musste. Ein Glück, dass niemand verletzt oder ums Leben kam, aber der Wiederaufbau dauerte bis ins Jahr 2015.

In anderen Regionen unüblich, hängen im Fahrgastraum daher Anleitungen zur Evakuierung bei Erdbeben oder Tsunamis und sind vergleichsweise besser mit Tools und Werkzeugen ausgerüstet.

Zurück zum Ausgangsbahnhof Aobadori (Karte). Hier noch einmal gut zu erkennen, dass sich die englische Anzeige vom Neufahrzeug unterscheidet.

Die Planungen aus den 1970ern sah vor, die Strecke an die U-Bahn-Linie anzuschließen. Als der U-Bahn Bau in den 2000ern begann, wurde der Plan aufgrund der unterschiedlichen Infrastruktur und Fahrzeugabmessung verworfen. So ist Aobadori, eine Station hinter dem Umsteigeknoten Sendai Bahnhof, ein bisschen verlassener.

Sendai ist berühmt für Gyutan - Ochsenzunge. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und suchten uns einen Laden in der Bahnhofsnähe.

Der Teller mag ein bisschen leer aussehen, aber mein Magen wurde gut gefüllt. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir einen eher hochwertigeren Laden ausgesucht haben - wenn wir uns was gönnen wollen, dann aber richtig.

Nach dem Mittagessen geht es kurz zum Souvenir-Shop und dann mit dem Shinkansen zurück nach Tokyo. Meinen Begleiter verabschiedete ich dann am Bahnhof.

Der Großeinkauf den ich dann in Tokyo gemacht habe kostete mich mehr Zeit als vorgesehen, sodass es schon dunkel wurde. Kurz eine halbe Stunde Pause im Hotel (ja, das Wort Pause kam nicht oft vor - weil ich bis hierhin auch kaum Ruhezeiten hatte), um dann wieder nach Shinjuku zu fahren, denn der nächste Termin wartete schon.

Abendessen mit einer Freundin verbracht, geht es wieder zum Hotel zurück. Am Bahnsteig ein schnelles Foto - nix Besonderes, aber vermutlich beim nächsten Mal nicht mehr machbar. Anhand der Bahnsteigkante, die inzwischen vollständig vorbereitet worden ist für den Einbau von Bahnsteigtüren, wird man in naher Zukunft keine Bahnsteigfotos in dieser Form mehr machen können.

Tag 9: Tokyo - Omiya - Kawagoe

Da ich auf dieser Reise noch nicht so richtig in meiner Heimatregion war, nutzte ich den Tag für einen Besuch.

Da mir aber auf der Hinfahrt eine Leerfahrt entgegen kam, war ich halbwegs gezwungen einen Umweg zu fahren.

Daher also der kurze Zwischenstopp in Omiya (Karte). Vor mir eine Wand von 15 Wagen á 20m, insgesamt also 250m die sich in Bewegung setzt.

Dann aber den Zug, den ich noch dokumentieren wollte. Während ich die Garnitur OM-N01 schon am ersten Tag fotografiert hatte, war dies die Wiederbegegnung der OM-N02 nach ganzen acht Jahren. Die beiden Garnituren der Baureihe 253 waren zuvor als Narita-Flughafen-Express im Einsatz und sind nach der Ablösung nur noch für touristische Zwecke eingesetzt worden. Da die rote Farbe durch einen Blauton ersetzt werden soll, war das wohl die letzte Gelegenheit für mich, die beiden Einheiten in der aktuellen Farbe zu fotografieren.

Von Omiya geht es in Richtung Heimat, mit Umstieg in Asakadai (Karte). Hier ist die Strecke der Tobu-Eisenbahn Tojo-Linie viergleisig ausgebaut, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Es begegnen sich zwei Garnituren der Baureihe 10030. Während im Hintergrund der Modernisierte wegfährt, kommt mir der Unmodernisierte entgegen. Inzwischen haben auch diese Fahrzeuge knapp 40 Jahre hinter sich und sollen demnächst durch Neufahrzeuge ersetzt werden.

Auch die Baureihe 9000 sollen mit dem Neuzugang verschwinden. Die unsymmetrische markante Front habe ich schon seit meiner Kindheit gemocht.

Mit Ankunft hier in Kawagoe (Karte) bin ich endlich in der richtigen Heimat gelandet. Ein kurzer Spaziergang mit anschließendem Friedhofbesuch führt mich der Weg in die Altstadt.

Einfach mal so ein Handybild aus einer Stadtecke - nix Berühmtes, keine Bahn, einfach so. Solche Bilder sind in meinen Reiseberichten bislang kaum erschienen, aber ich nutze die Gelegenheit des besten Wetters um auch mal zu zeigen, wie es in japanischen Städten aussieht. Die meisten stellen sich wahrscheinlich die riesigen Hochhäuser Tokyos vor, aber nur 40km von Tokyo weg sehen manche Wohngebiete so aus. Recht ruhig, aber eng sind die Straßen, die noch aus Zeiten vor dem Autoverkehr stammen - daher die Platzverhältnisse.

Kurz bei einem Kumpel und seiner Frau vorbeigeschaut, dessen Tochter (11 Monate) ich endlich mal antreffen konnte. Nach der Spielrunde mit ihr entführte ich den Kumpel aus seiner Wohnung, um mit einem weiteren gemeinsamen Kumpel Abendessen zu gehen.

Um es uns gemütlich zu machen, nutzten wir ab Hon-Kawagoe (Karte) den Expresszug Koedo. Dieser soll in den kommenden Jahren durch normale Fahrzeuge ersetzt werden.

Da wir den Wagen 5 für uns alleine hatten, nutzte ich die Gelegenheit den Innenraum zu fotografieren. Der aufschlagpflichtige Zug ist die angenehme Verbindung zwischen Kawagoe und Tokyo, der auch zur Hauptverkehrszeit unterwegs ist. Durch die Zusatzkarte hat jeder die Möglichkeit einen Sitzplatz zu bekommen und es muss niemand verengt stehen. Tagsüber wird der Zug gerne zu touristischen Zwecken genutzt, da Kawagoe auch viele Geschichten zu bieten hat.

Mit Umstieg geht es nach Kokubunji (Karte), wo der Abend durch die vielen Gespräche lang wurde. Auf direktem Weg geht es danach zurück ins Hotel.

Tag 10: Tokyo - Enoshima - Yokohama

Der letzte Tag beginnt. Um einen Fotowunsch aus Deutschland zu verwirklichen, begab ich mich an die Strecke der Shonan-Monorail. Von Ofuna (Karte) geht es mit der Hängebahn nach Mejiro-Yamashita (Karte), eine Station vor dem Endbahnhof. Zwar gibt es mit der Wuppertaler Schwebebahn auch in Deutschland Hängebahnen, allerdings keine, die auch durch einen Tunnel fährt. Im Anschluss geht es dann mit der nachfolgenden Bahn nach Enoshima (Karte).

Die Enoshima-Eisenbahn ist zwar einer Straßenbahn ähnlich und verläuft auf einem Streckenabschnitt auf der Straße, dabei ist sie aber eine vollwertige Eisenbahn dessen straßenbündiger Abschnitt als ein langer Bahnübergang definiert ist. Hier verkehren grün-beige Fahrzeuge im 13-Minuten-Takt - ja, beim letzten Besuch waren es noch 12-Minuten-Takt, aber aufgrund der hohen Fahrgastaufkommen durch den Massentourismus musste der Fahrplan gestreckt werden. Hier fährt der älteste Wagen 305 in den Bahnhof Enoshima ein.

Nach ein paar Einkäufen in den lokalen Geschäften in Enoshima und Kamakura (fast schon Tradition bei meinen Japan-Reisen) geht es noch ein letztes Mal an die Bahnstrecke.

Wer die vergangenen Reisen mitverfolgt hat kennt es schon: Die Baureihe 5000 der Tokyu-Eisenbahn kennt viele Farben. So auch die Einheit 4010F, welche bei der Entstehung des Hochhauses "Hikarie" in Shibuya (Karte) besonders gestaltet wurde und in den gelben Farben auffällt.

Tokyu verabschiedet sich langsam von der Baureihe 9000. Einige Garnituren wandern an andere Unternehmen ab, die ersten sind bereits vor Ort. Um den Abschied zu würdigen, wurden gleich zwei Einheiten in die Ursprungsfarben versetzt. Eine davon ist die Garnitur 9015F, welche wieder den roten Streifen an der Front trägt.

Hier der Neuzugang der Baureihe 6050, welche die 9000er Serie ersetzen soll. Davon die Einheit 6054F, der für Schlagzeilen in den Medien sorgte: Weil die Neufahrzeuge so sauber waren, hatte die Sensorik der Bahnsteigtüren Probleme, das Fahrzeug zu erkennen. Dafür hatte man die Wagen bei der Probefahrt extra "besprüht", was aber unsorgfältig war und auch jetzt an den Wagen wiederzuerkennen ist. Die "Sprühschäden" an der Fahrzeugwand - ohne vorher Schutzfolien zu ziehen - wird lange Folgen haben...

Kurz nach Sonnenuntergang kam endlich der Wagen, den ich ein letztes Mal noch mitnehmen wollte: Die Serie 8000 der Tokyo Metro, welche demnächst nach über 40 Jahren aus dem Liniendienst ausscheiden werden.

In Japan ist es üblich, dass ausgeschiedene Fahrzeuge kaum erhalten bleiben und direkt verschrottet werden. Bedeutet also für mich, dass ich die Baureihe nicht mehr zu sehen bekommen werde - es sei denn, ein Steuerwagen wird doch noch erhalten. Wir bleiben gespannt.

Ein vorletztes Treffen mit einem weiteren Kumpel in Kamata (Karte). Er ist Triebfahrzeugführer auf der U-Bahn-Linie Asakusa. Über die vergangene Großstörung wurde gesprochen, da auch er dienstlich betroffen war.

Später auf dem Weg zum Hotel entdeckte ich in der Zugübersicht, dass hinter mir noch ein weiterer besonderer Zug unterwegs ist. Am Bahnhof Tenkubashi (Karte) angekommen, wartete ich auf die Baureihe 3400 der Keisei-Eisenbahn. Die letzte Einheit dieser Baureihe ist 3448F, der damals aus den Resten vom Typ AE zusammengebastelt wurde. Auch diese Baureihe ist abgängig, daher wohl meine letzte Aufnahme vom 3400.

Tag 10: Rückflug

Vom Hotel zum Flughafen, dann in den Flugzeug und zurück nach Deutschland. Selbst in den 14 Stunden über dem Boden tat sich nichts Außergewöhnliches, außer dass wir eine halbe Stunde verspätet abgeflogen sind.

Kurz vor der Landung dann doch interessant - leider nur per Handy - ein Blick auf meine zweite Heimat. Frankfurt von oben und zu einem guten Zeitpunkt, wo es noch nicht zu dunkel ist, aber auch nicht zu hell sodass man die Ströme des Feierabendverkehrs gut erkennen kann.

Somit geht eine kurze Japanreise zu Ende, nachdem ich von meinem Bruder abgeholt worden bin. Es war im Übrigen der kürzeste Aufenthalt den ich bislang je hatte. Gerne wäre ich auch länger geblieben, aber wenn die Arbeit nach mir ruft...

3.064,4km Schienenstrecke in zehn Tagen, 31 Freunde die ich in dieser kurzen Zeit endlich wieder treffen konnte (und leider auch ein paar, die ich aus Zeitgründen absagen musste). Von Entspannung kann ich bei dieser Termindichte (wirklich fast durchgetaktet) nicht reden, aber von Spaß und Erholung definitiv.

Vielen Dank an die Leserschaft, die meine Reiseberichte bis hierhin mitverfolgt haben - bis zur nächsten Reise!