Tokyo Metro (東京メトロ)

Die meisten U-Bahnen in Tokyo werden von Tokyo Metro betrieben. Zuvor als Eidan-Linien, umfasst das Streckennetz inzwischen 195km auf neun Linien. Die ersten beiden Linien sind - ähnlich dem Berliner Vorbild - auf Normalspur mit Dreischienengleisen, die restlichen auf Kapspur mit Oberleitung unterwegs. Letztere Linien haben Kooperationen mit anderen Betreibern, sodass die meisten Fahrten auch abseits der Metro-Strecke durchgebunden sind.

Ginza Linie (G) (Linie 3)

Die Ginza Linie ist mit Eröffnung im Jahre 1927 die erste U-Bahn Asiens. Die 14,2km lange Linie fährt größtenteils direkt unter der Erde, teilweise aber auch oberirdisch. Die Farbauswahl geht auf das Vorbild zurück: Die Berliner U-Bahn. Die Fahrzeuge sind im Vergleich zu den Wagen anderer Linien mit 16m recht kurz, pro Zug wird mit sechs Wagen gefahren.

Serie 1000

Aktiv

Seit 2013 verkehren insgesamt 40 Einheiten auf dieser Linie und löste den Vorgänger der Baureihe 01 ab. Die letztgebauten Einheiten 1139 und 1140 haben eine spezielle Ausstattung (Außenfolierung, abweichende Lichter, Innenraum etc.) und weichen von den restlichen Einheiten ab, da sie an die historischen Fahrzeuge angelehnt wurden.

Marunouchi Linie (M/m) (Linie 4)

Die Marunouchi Linie wurde bereits vor dem zweiten Weltkrieg gebaut, die Fertigstellung des Teilabschnittes dauerte allerdings bis 1954. Seitdem wurde die Linie verlängert und bildet heute einen Halbkreis mit einem Abzweig im Westen. Im Vergleich zur Ginza-Linie sind die Fahrzeuge 18m lang.

Serie 2000

Aktiv

Ab 2019 löste diese Baureihe ihre Vorgänger 02 ab. Während bei der Serie 02 3-Wagen-Züge und 6-Wagen-Züge existierten, wurden bei dieser Baureihe 52 Einheiten an 6-Wagen-Zügen gebaut, da die Bahnsteige der Abzweigstrecke ausgebaut wurde. Markant sind die runden Fenstern an den Wagenenden und die kurvenreiche Front.

Hibiya Linie (H) (Linie 2)

Die Hibiya Linie mit Teileröffnung im Jahr 1961 war die erste U-Bahn Linie mit herkömmlicher Oberleitung auf Kapspur. Aufgrund der vielen Kurvenstrecken waren bislang nur 18m-Wagen einsetzbar, wobei nach Neuberechnung 20m-Wagen möglich wurden.

Serie 13000

Aktiv

Da man feststellte, dass man auch 20m-Fahrzeuge auf der Linie einsetzen kann, wurden die 18m x 8-Wagen Garnituren der Vorgängerbaureihe ab 2017 durch 20m x 7-Wagen Einheiten dieser Serie ersetzt. Die 44 Einheiten werden seitdem auf dieser Linie sowie auf der Durchbindungslinie der Tobu-Eisenbahn eingesetzt.

Tozai Linie (T) (Linie 5)

Die Tozai Linie ist die Durchmesserlinie auf der Ost-West-Achse und verläuft fast parallel zur JR-Sobu-Linie. Im Jahre 1964 teileröffnet, verkehren heute 10-Wagen-Züge an 20m Fahrzeugen auf der 30.8km langen Strecke. Ungefähr ein Drittel der Strecke ist oberirdisch gebaut worden, einige Stationen besitzen Überholgleise für den Expresseinsatz; die Züge verkehren mit bis zu 100km/h. Aufgrund der seit Jahren hohen Fahrgastaufkommen besitzen einige Einheiten breitere Türen als normal.

Serie 05

Aktiv

Zwischen 1988 und 1994 wurden 24 Garnituren in 7 Bauserien gebaut. Einige Einheiten wurden in recht frühen Jahren nach Indonesien verkauft. Die verbliebenden Einheiten, darunter einige Breittürer, wurden in den vergangenen Jahren modernisiert und befinden sich weiterhin im Einsatz.

Serie 05N

Aktiv

18 Einheiten wurden zwischen 1999 und 2004 gebaut. Trotz gleicher Baureihennummer unterscheiden sich die Neubauten von den bestehenden Fahrzeugen. Bei dieser Serie wurden keine Breittürer gebaut, aber je nach Bauserie unterscheiden sich die Sitzaufteilungen.

Serie 07

Aktiv

1993 in Dienst gestellt, fuhren die sechs Einheiten auf der Yurakucho-Linie. Durch den Umbau der Bahnhöfe im Zuge der Inbetriebnahme der Fukutoshin-Linie konnte die Baureihe nicht mehr eingesetzt werden, da sie andere Türabstände aufweisen als andere Baureihen der Linie, sodass sie nicht mit den Bahnsteigtüren kompatibel waren. Seit 2006 fährt sie somit auf der stark frequentierten Tozai-Linie.

Serie 15000

Aktiv

Seit 2010 sind 16 Einheiten im Einsatz. Die Form ähnelt der Baureihe 05N. Der größte Unterschied liegt in der Türausführung, da bei dieser Serie alle Einheiten als Breittürer ausgeführt werden. Statt den herkömmlichen 1300mm besitzen diese Fahrzeuge 1800mm an allen Türen und dienen in der Hauptverkehrszeit für einen beschleunigten Fahrgastwechsel.

Chiyoda Linie (C) (Linie 9)

Seit 1969 verbindet die Chiyoda-Linie Nordosten Tokyos mit dem Stadtkern; in den späteren Jahren durch weitere Verlängerungen auch den Südwesten der Großstadt. Sie ist derzeit die einzige Metrolinie Tokyos, die zum normalen Metro-Verkehr auch von aufschlagspflichtigen vollwertigen Expresszügen bedient wird. Aktuell wird sie auf der Hauptrelation mit 10-Wagen Zügen á 20m gefahren, im Randabschnitt teilweise mit 3-Wagen-Zügen.

Serie 16000

Aktiv

Seit 2010 löste sie die inzwischen 40 Jahre alten 6000er Serie und die 06er Serie. Insgesamt 37 Einheiten wurden gebaut, wobei die ersten fünf Einheiten an der Front einen markanten Unterschied aufweisen: Die Fluchttür befindet sich bei diesen Einheiten in der Mitte. Ab Garnitur 17 wurde zudem die Gestaltung der Linienfarbe leicht abgeändert, sodass grob aufgeteilt drei Varianten existieren.

Yurakucho Linie (Y) (Linie 8) / Fukutoshin Linie (F) (Linie 13)

Während die Yurakucho-Linie bereits 1974 eröffnet wurde, ist die Fukutoshin-Linie mit Eröffnungsjahr 2008 die neuste U-Bahn Linie Tokyos. Die Besonderheit der beiden Linien: Sie teilen sich die Gleise zwischen sechs Bahnhöfen und haben einen gemeinsamen Fahrzeugumlauf. Eingesetzt werden 20m-Fahrzeuge in acht oder zehn-Wagen Garnituren. Auf der Yurakucho-Linie wird eine Verbindungsstrecke zur Hanzomon-Linie gebaut, welche Mitte der 2030er eröffnet und in Betrieb genommen werden soll.

Serie 10000

Aktiv

Die Gemeinsamkeit zwischen einem ICE3 und diesem Zug: Der Designer Alexander Neumeister. Im Zuge der Eröffnung der Fukutoshin-Linie wurde diese Serie seit 2006 hergestellt und ist derzeit mit 36 Einheiten vertreten. Die ersten vier Einheiten trugen bis 2026 die goldene Yurakucho-Linienfarbe. Alle Einheiten sind als 10-Wagen-Zug ausgeführt, die ersten sechs Einheiten können aber auf 8-Wagen gekürzt werden.

Serie 17000 / 17080

Aktiv

Seit 2021 ersetzten sechs 10-Wagen-Garnituren und fünfzehn 8-Wagen-Einheiten die veralteten 7000er Serie. Für die bessere Sichtbarkeit wurde die Fluchttür an der Front im Vergleich zur Serie 10000 seitlich verschoben. Die Garnituren unterscheiden sich durch die unterschiedlichen Hersteller der Fahrzeuge, sind aber grötenteils ähnlich aufgebaut und ist mit der Serie 18000 ebenso vergleichbar.

Hanzomon Linie (Z) (Linie 11)

Seit der Teileröffnung im Jahre 1978 wuchs die Linie stetig. Von Shibuya führt sie nach Oshiage zum Skytree und bedient somit viele Sehenswürdigkeiten der Metropole. Die Hanzomon-Linie ist eine der wenigen Linien, die keinen eigenen Betriebsbahnhof besitzt, sodass die Wartung auf benachbarter Infrastruktur erfolgt.

Serie 8000

Einsatzende in Kürze

Seit der Eröffnung der Linie wurden 19 Einheiten gebaut und bedienten die Linie. Einige Einheiten der ersten Serien wurden erst nachträglich zum 10-Wagen-Zug umgebaut, sodass einige Mittelwagen komplett anders aussehen. Inzwischen ist der größte Teil verschrottet, eine Einheit ist noch im aktiven Liniendienst.

Serie 08

Aktiv

Durch die Verlängerung der Linie wurden zusätzliche Garnituren notwendig, welche in Form einer neuen Bauserie entwickelt wurde. So wurden im Jahre 2002 insgesamt sechs Einheiten der 08er Serie gebaut und in Dienst gestellt. Sie weisen eine Ähnlichkeit zur Serie 05N auf.

Serie 18000

Aktiv

Seit 2021 ersetzen 19 Einheiten die alten 8000er Serie 1:1. Der Wagenaufbau ist nahezu identisch zur Serie 17000. Auffällig ist die geänderte Farbauswahl, da die Linienfarbe zur besseren Unterscheidung in der Intensität abgeschwächt worden war.

Namboku Linie (N) (Linie 7)

Gegenüber der Tozai-Linie stellt die Namboku-Linie die Durchmesserlinie Nord-Süd dar. Erst 1991 wurde die Linie eröffnet, besaß aber von Stunde null auf die Besonderheit: ATO betrieben. Für den Automatikbetrieb wurden die Bahnsteige von Beginn auf mit Bahnsteigtüren auf voller Höhe versehen. Seit 2022 verkehren nicht nur 6-Wagen-Züge, sondern auch 8-Wagen-Züge.

Serie 9000

Aktiv

Insgesamt 23 Einheiten sind in fünf Etappen hergestellt worden, wobei die letzten beiden Einheiten zu einem späteren Zeitpunkt gebaut wurden, sodass sich die Front leicht unterscheidet. Die Einheiten durchlaufen derzeit ein Redesign; ein Teil der Flotte wird auf 8-Wagen-Zug verstärkt indem zwei neugebaute Mittelwagen eingereiht werden.